Referat

freundliche Bereitstellung von Laura Kruß erstellt für eine Hausarbeit

 

1. Maulbrüter allgemein

2. Die maternale Maulbrutpflege

3. Die paternale Maulbrutpflege

4. Hexenwels

5. Die biparentale Maulbrutpflege

6. Kuckuckswels

7. Quellenangaben

 

1. Maulbrüter allgemein

Bei den Maulbrütern unter den Fischen wird nicht ein vom Körper getrenntes Gebilde zum Schutz der Nachkommen genutzt sondern ein körpereigenes Organ übernimmt vorübergehend eine völlig andere Funktion. In diesem Fall ist es das Maul. Als Maulbrüter bezeichnet man Fische, die zum Schutz vor Feinden die befruchteten Eier oder die geschlüpften Jungfische in ihr Maul nehmen. Die Maulbrüter bilden keine festen Paare. Das Männchen sieht sich nach der Paarung gleich wieder nach neuen Weibchen um. Die meisten Maulbrüter findet man unter den Buntbarschen die lateinisch Cichlidae. Es gibt jedoch auch Maulbrüter unter den Welsarten. Man unterscheidet ovophile Maulbrüter, die während oder sofort nach dem Ablaichen die Eier ins Maul aufnehmen und die larvophile Maulbrüter, die das Gelege auf einem Substat ablaichen und erst die geschlüpften Larven ins Maul aufnehmen. Viele Fischarten führen die Maulbrutpflege nach dem Entlassen der Brut aus dem Maul weiter. Das Faszinierende und die Besonderheit der Maulbrüter ist vor allem bei ihrem Verhalten bei der Brut. Außerdem wird unterschieden, von wem die Pflege übernommen wird.

- Bei der maternalen Maulbrutpflege nimmt das Weibchen die Brut in ihr Maul auf.
- Das Männchen übernimmt die Pflege bei der paternalen.
- Beide Elterntiere beteiligen sich bei der biparentalen.

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2. Die maternale Maulbrutpflege

Das Weibchen legt einige Eier ab. Sofort werden die abgelegten Eier vom Weibchen ins Maul eingesammelt. Die Weibchen nehmen die Eier so schnell mit dem Mund auf, dass das Männchen keine Chance hat sie auf normale Weise in der hergerichteten Baugrube zu befruchten. Um die Befruchtung dennoch zu ermöglichen, besitzt das Männchen sogenannte Eiattrappen (Eiflecken) auf der Afterflosse.

Sie sehen den Eiern täuschend ähnlich, diese sollen nämlich das Weibchen „irreführen“.
Das Männchen zeigt die Eiflecken dem Weibchen auf eine bestimmte Weise, da das Weibchen diese gelben Flecken an der Afterflosse für abgelegte Eier hält schnappt sie danach.

Bei dieser Gelegenheit gibt das Männchen das Sperma ab. Das durch die Kiemenöffnung mit dem Atemwasser in die Mundhöhle des Weibchens gelangt und so die Eier im Maul befruchtet.


Die Eier sind meist gelblich gefärbt Und haben einen Durchmesser von 4-6 mm.

Die Weibchen sind während der Eiablage sehr dünn und können während der Brutzeit nichts fressen. Sie haben ja schließlich die Eier im Maul. Der Mundboden weitet sich von der Masse des Geleges aus und die Kiemenhautstrahlen sind etwas gesenkt, sodass man von einem Kehlsack sprechen kann.


Ausgewölbter Kehlsack

Die Jungfische bleiben nach dem Schlüpfen nur ein paar Tage ca. eine Woche im Maul der Mutter. Die ersten Tage ernähren sich die Jungfische von ihrem Dottersack, danach nimmt die Mutter die Nahrung ins Maul, welches die kleinen Fische fressen.


Jungfische mit Dottersack

Nach und nach, immer öfter verlassen die Kleinen dann das Maul. Nach spätestens ca. einem Monat haben sie keine Verhältnis mehr zur Mutter.


3 Monate alter Buntbarsch

Man könnte sie jetzt erwachsen nennen, aber ausgewachsen sind sie frühstens nach einem Jahr. Die Fische werden je nach Art 10 – 20 Jahre alt.

Versuche ergaben:
Die Eiattrappen haben offenbar durch eine stimulierende Funktion auf das Fortpflanzungsverhalten des Weibchens.Bei Männchen bei denen man einen Teil der gelben Flecken überdeckt oder beseitigt hatte, dass die Weibchen dieser Männchen nur halb so viel Gelege produziert hatten, als die der intakten Kontrolltieren.Weibchen wählen, wenn es möglich ist, immer Männchen mit Eiflecken.


Die gelben Eiflecken des Männchens sind sehr wichtig!

Bei Gefahr...
Beim Maulbrüter besitzt das Weibchen ein prächtiges Signal, um die Jungen bei Gefahr zurückzurufen und ins schützende Maul aufzunehmen. Es nimmt dabei eine Schrägstellung ein, bei der der Kopf niedrig und der Schwanz hoch gehalten wird. Die Jungen wissen dann ganz genau, was zu tun ist. Sie schwimmen in das weit aufgesperrte Maul der Mutter, um in der Mundhöhle einen sicheren Zufluchtsort zu finden. Dieses Verhalten ist angeboren und braucht nicht erlernt zu werden.


Jungfische flüchten ins Maul des Weibchens.

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3. Die paternale Maulbrutpflege

Der nur vier bis fünf Zentimeter große Kardinalbarsch lebt als Schwarmfisch bevorzugt in verzweigten Korallenbänken in ein bis fünf Meter Tiefe. Er ist ein Vater- Maulbrüter. Nicht das Weibchen behütet die Brut wohl behalten im Maul, sondern das Männchen. Die Befruchtung läuft genau so wie bei der maternalen Maulbrutpflege ab, außer dass das Männchen die Eier nach der Eiablage die Eier ins Maul aufnimmt. Er hat sie bis zu zwei Wochen lang in seinem Kehlsack.


Gut zu erkennen ist der stark ausgewölbte Kehlsack.

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4. Hexenwels

Das Weibchen schiebt sich in Nähe des Afterflossenansatzes immer stupsend in die rechte Seite des Männchens (im spitzten Winkel), bis das sich das Männchen anhebt und das Weibchen unter sich lässt. Dann verweilen beide ein paar Minuten in Ruhe, bis das Weibchen anfängt mit ihrer Afterflosse eine kleine Grube im Sand auszuwedeln. Das Männchen rutscht derweil von ihr herunter auf die linke Seite und wartet in Höhle ihrer Afterflosse (ebenfalls im spitzen Winkel). Das Männchen legt eine Traube Eier in die Grube. Das Weibchen entfernt sich vorsichtig vorwärts aus der Grube und das Männchen rückt gleich nach, um das Gelege zu besamen, dann nimmt das Männchen die Laichtraube in seine Barteln und der ganze Vorgang wiederholt sich, bis das Weibchen alle Eier abgelegt hat.


Männchen mit Eiern unter dem Maul bzw. unter den Barteln.


Nach 10- 12 Tagen soll die Brut schlüpfen.


Larve 13 mm lang mit Dottersack wenige Stunden alt.


Larven 2 Wochen alt.


Larven ca. 3 Wochen alt.


Brut, 2 Monate alt.

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5. Die biparentale Maulbrutpflege

Die biparentale Maulbrutpflege finden wir bei den Kampffischen und bei manchen Welsarten (z.B: beim Hexenwels). Bei den biparentalen Maulbrütern lösen sich die Elterntiere bei der Maulbrutpflege ab. Das Weibchen übergibt dem Männchen nach einer gewissen Tragzeit die Larven. Sind die Kampffische noch nicht ablaichbereit, versuchen fortpflanzungsbereite Männchen, die Weibchen zu umwerben. Dabei intensivieren sich die dunkel- bläulichen Ränder der After- und Schwanzflosse, an denen man- abgesehen von der etwas größeren Gestalt und der schlankeren Körperform- die Männchen von den Weibchen unterscheiden kann.


Kampffischmännchen, nur beim Balzen und Aggressionsstimmungen so schön gefärbt!

Sind die beide Partner fortpflanzungsbereit, umschwimmen sie sich in immer engeren Kreisen, bis das Männchen das Weibchen umschlingt. Dabei presst das Männchen die Eier aus dem Weibchen. Beide Tiere bleiben in einer kurzen Laichstarre, aus der sich zuerst das Weibchen löst. Da Männchen behält zunächst seine U- förmige Haltung und sind sinkt langsam zu Boden. Auf seiner Afterflossen liegen die Eier, die jetzt vom Weibchen in das Maul aufgenommen werden. Aber wie gelangen die Eier dann in das Maul des Männchens? Dazu spuckt das Weibchen dem aus der Laichstarre erwachten Männchen die Eier einzeln vor die Schnauze.


Weibchen spuckt dem dem Männchen die Eier zu.

Schnappt das Männchen nicht sofort zu, nimmt das Weibchen die Eier gleich wieder ins Maul. Dieser Spielchen kann sich nach jeder Eiabgabe über viele Minuten hinziehen. Nach den zahllosen, oft versgeblichen Versuchen, die Eier ins Maul zu bekommen, zieht sich das Männchen in ein Versteck zurück und nimmt nun bis zu etwa 14 tage keine Nahrung auf. Es wird aber von dem Weibchen fürsorglich bewacht.


Kampffischweibchen bewacht ihr maulbrütendes Männchen!


Männchen mit gefülltem Kehlsack.

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6. Kuckuckswels

Die Zucht dieser als Kuckuckswels bekannten Art ist sehr interessant. Zur eigenen Fortpflanzung bedient sie sich anderer Maulbrüter, denen die eigenen Eier nach Kuckucksmanier untergeschoben werden. Die Kuckuckswelse interessieren sich sehr für die Laichakte von Malbrütern. Immer häufiger stören sie die Maulbrüter beim Laichen. Dabei werden im Vorbeischwimmen die gerade gelegten, teils unbefruchteten Eier des Maulbrüters in irrer Geschwindigkeit verspeist und die eigenen in das Durcheinander gelegt. Das Maulbrüter Männchen, welches schon krampfhaft versucht sein sich auserkorenes Weibchen in seine Laichkuhle zu locken, wird permanent von den ganz aufgeregten Kuckuckswelsen gestört.
Alles geht in einer irren Geschwindigkeit. Das eierlegende Maulbrüterweibchen ist so verwirrt, das es die falschen Eier aufnimmt. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis das Weibchen keine eigenen Eier mehr abgeben kann.
Es kann auch sein dass, der Kuckuckswels die Eier des Buntbarsches nicht frisst, sondern seine Eier einfach dazu mogelt. Doch da die Kuckuckswelse schneller schlüpfen als die Buntbarsche, fressen die Kuckuckslarven die Buntbarsch- Eier auf.
Man wird nach ca. 5- 6 Tagen feststellen, dass der Kehlsack des Weibchens gegenüber früheren Bruten immens anschwillt. Die Kuckuckswels- Eier sind im Gegensatz zu den Maulbrüter- Eiern sehr klein, weshalb sie über einen geringen Nahrungsvorrat verfügen. Dies erklärt, dass von der Maulbrüter Brut, und von den Geschwistern nur wenige überbleiben, denn kleine Kuckucke sind Kannibale.


Junge Kuckuckswelse mit ihrem Dottersack!

Wenn man bedenkt sind die entlassenen Jungen zwar noch so klein, dass sie gefressen werden könnten, sie besitzen jedoch äußerst stachelige Brustflossen. Nimmt ein nicht beteiligter diese jungen Welse als Futter auf, spuckt er sie meist nach zwei bis drei Kaubewegungen wieder aus.

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7. Quellenangaben

Internet:
www.google.de
www.aquanet.de
www.wikipedia.de
www.wissen.de
www.maulbrüter.com
www.welse.net

Bibliothek Kehl:
Urania Fischreich
Sehen, Staunen, Wissen
Süß- und Salzwasserfische

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